Friesland
- Der erste Törn mit Bilbo - (21.06.2004 - 26.06.2004)
Donnerstag, 17.06.04
Bilbo wird im Gemeindehafen in
Lemmer geslippt und in den kleinen Nebenhafen verholt, um dort 3 Tage lang auf den Beginn des Törns zu warten. Beim Slippen haben wir, wegen der zu kurzen Rampe, fast den Trailer versenkt und konnten ihn nur durch einen beherzten Badeeinsatz meiner Crew wieder an Land befördern. Die Generalprobe war also nicht ganz glatt gelaufen und wir hakten den Vorfall als gutes Omen ab.

Montag, 21.06.04
Es geht los. Gegen 10:30 Uhr ist alles an Bord und es erfolgt das Kommando "Leinen los".
Unter Motor geht es über den
Stroomkanal zum Groote Brekken. Hier werden erstmals die Segel gesetzt und mit achterlichem Wind um die 3-4 Beaufort geht es über den See. Kurz vor dem Übergang in den Prinses Margriet Kanal geht es wiederum unter Maschine durch die Rijnsloot und das Kromme Ee ins Brande Meer. Auch hier wurden wieder die Segel gesetzt. Vor der Woudsloot legten wir an einem Passantensteg an und gönnten uns unsere erste Mittagsmahlzeit. Während unserer Verweildauer am Anlegeplatz wechselte das Wetter mehrmals zwischen Sonnenschein, starken Regenfällen, Graupel- und Hagelschauern. Gegen 14:00 Uhr hatte sich die Wetterlage wieder verbessert und wir motorten über die Woudsloot durch Sloten und über den Slotergat ins Slotermeer. Abermals hieß es Segel setzen und wir kreuzten bei 4 Bft über das Slotermeer. Aus Südwest näherte sich eine dunkle Wolkenwand die offensichtlich ein heftiges Gewitter mitbringen sollte. Unsere Taktik dem Unwetter davonzusegeln, führte dazu, dass wir der Gewitterfront insgesamt dreimal unter Segeln mitten auf dem See begegneten.
Unser erstes Abenteuer war überstanden und wir beschlossen unsere Tagesetappe in
Woudsend zu beenden. Gegen 16:00 Uhr machten wir im Yachthafen "De Rakken" fest und verbrachten dort die erste Nacht.

Dienstag, 22.06.04
Um 09:05 Uhr warfen wir die Leinen los und wollten über das
Slotermeer durch die Luts, die mitten durch Balk führt an die Südwestspitze des Heeger Meeres, bzw. Fluessen, gelangen. Doch an der ersten Brücke in Balk stellten wir überrascht fest, dass auch die Höhen bei Brücken in Dezimeter angegeben sind und die besagte Brücke somit für uns nicht passierbar war. Also ging es zurück über das Slotermeer , entlang der Ee und der Woudsender Rakken, vorbei am Nachtliegeplatz ins Heeger Meer. Hier umrundeten wir die Rakkenpolle und legten dort gegen 12:15 Uhr an und beschäftigten uns mit der Verpflegung.
Um 13:30 Uhr setzen wir uns wieder in Bewegung und segelten nun bei 2-4 Bft und Sonnenschein unter Vollzeug über das
Heeger Meer. Wir kreuzten in südwestliche Richtung und bogen in Höhe der Leijepolle in das Fahrwasser zum Groote Gaastmeer ab. Mit achterlichem Wind durchsegelten wir die Inthiema Sloot, das Groote Gaastmeer, das Zandmeer und die Korte Vliet, bevor wir im Zand Grons die Segel bargen und gegen 15:45 Uhr wieder den Motor anwarfen. Die Fahrt ging nun durch die Lange Vliet bis nach Workum, wo wir um 16:20 im Yachthafen "Bouwsma" festmachten und zwischen vielen "ausgewachsenen" Segelbooten übernachteten.

Mittwoch, 23.06.04
Auch die zweite Nacht haben wir unbeschadet überstanden und brachen um kurz vor Zehn zurück in Richtung
Heeger Meer auf, da wir, aufgrund der zu erwartenden ungünstigen Windverhältnisse, als Tagesziel Heeg auserkoren hatten. Von dort wäre es uns möglich an einem Tag zurück nach Lemmer zu gelangen. Um 10:50 Uhr waren wir auf dem Heeger Meer und wir segelten mit leicht gereffter Genua bei 4-5 Bft und einer Wellenhöhe von ca 1,5 Meter in Richtung Heeg. Für uns waren die Verhältnisse so, dass wir diesen Tag als Schwerwettersegeln für Anfänger bezeichneten und ihn auch so im Logbuch dokumentierten. Da der Wind weiter zunahm und wir um 12:00 bereits 5-6 Bft messen konnten entschlossen wir uns den Passantenhafen Heegerwal bereits jetzt anzulaufen. Keine halbe Stunde später lagen wir sicher vertäut im Hafen.
Def Wind nahm weiter zu und wehte am frühen Abend bereits mit 7-8 Bft. Die Aussichten für den nächsten Tag ließen auf keine Besserung hoffen, so dass wir uns bereits am Abend zu einem Hafentag entschlossen. Wir kauften uns beim ortsansässigen Yachtzubehör noch eine handvoll Zeisinge und spannten unser Sonnensegel für die Nacht sturmsicher ab.

Donnerstag, 24.06.04
Der Wind hatte sich in der Nacht noch ein wenig mehr ins Zeug gelegt und blies auch am Morgen noch immer mit 7-8 Bft. Unsere Entscheidung musste somit nicht revidiert werden und wir vertrieben uns die Zeit mit den im Ort ansässigen Bootshändlern, Vercharterern und Werften. Zu keiner Zeit wäre an diesem Tag an ein Auslaufen zu denken gewesen. Ein ca 12m langes Motorboot machte nach 100m kehrt und kam zurück in den Hafen - keine Chance bei dem Seegang sicher über den See zu gelangen.

Freitag, 25.06.04
Der Wind wehte, entgegen den Vorhersagen von 3-4 Bft, immer noch mit gut 5 Bft. Aber es war unser letzter Tag und wir mußten schließlich am Samstag morgen in
Lemmer sein, da wir dort bereits den Kran gebucht hatten. Um 09:15 Uhr liefen wir unter Motor aus dem Passantenhafen in Heeg mit Fahrtrichtung Lemmer aus. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend ging es dann auch gleich los mit dem Wellenrodeo. Der Wind blies mit 5-6 Bft und schob die Wellen über den gesamten See, ehe sie sich an Bilbos Bordwand brechen konnten. Aufgrund unserer Fahrroute liefen die Wellen größtenteils von querab auf uns zu, so dass wir immer ein bißchen kreuzen mußten um die Wellen nicht gänzlich von der Seite auf uns zulaufen zu lassen. Kurz vor der ersten Windabdeckung durch die Rakkenpolle befand sich mein Mitsegler Tobi zum Klarieren der Festmacher auf dem Vorschiff, als eine Welle das Boot auf die Seite warf und Tobi fast im Wasser gelandet wäre. Die nächste Welle warf ihn aber wieder mitschiffs, so dass er rasch wieder sicheren Halt finden konnte. Es folgte die Windabdeckung der Insel und anschließend ein erneutes Rodeo bis zum Woudsender Rakken. Die Kanalfahrten gestalteten sich ein wenig entspannter, wurden aber von dem Gedanken an die bevorstehende Überquerung des Slotermeers getrübt. Fast 2 Seemeilen mit Starkwind von querab, eine Aussicht die uns doch ein wenig beunruhigte; jeden für sich, waren wir doch Manns genug unsere Befürchtungen nicht lautstark kundzutun.
Um 10:00 Uhr war es dann soweit, vor uns erstreckte sich das
Slotermeer. Augen zu und durch. Fast eine Stunde lang versuchten wir alle Wellen auszureiten und die Materialbeanspruchung zu minimieren. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Glücklich und zufrieden erreichten wir nach einer anstrengenden Überfahrt und dem mitleidigen Lächeln der entgegenkommenden Bootsfüher die Slotergat. Durch Sloten und über die Ee of Boomsvant und die Langesloot erreichten wir gegen 11:20 Uhr Lemmer. Aufgrund des noch jungen Tages erkundigten wir uns nach einem früheren Krantermin und kamen um 15:00 Uhr zum Zuge. Bilbo wurde im Yachthafen "De Brekken" aus dem Wasser gekrant und verladen.
Nach einer streß- und staufreien Heimfahrt endete dieser erste Kurztörn gegen 19:30 Uhr auf dem heimischen Parkplatz.

Samstag. 26.06.04
Bilbo liegt wieder an seinem angestammten Liegeplatz an der
Xantener Nordsee.
Sliprampe in Lemmer Gemeindebinnenhafen Lemmer
Die Crew - Skipper und Matrose
Groote Brekken
Brande Meer
Regen- und Graupelschauer auf dem Brande Meer
Gewitterfront über dem Slotermeer
Woudsend
Yachthafen "De Rakken" Woudsend
Slotermeer unter Segeln
Slotermeer
Rakkenpolle im Heeger Meer
Lange Vliet bei Workum
Yachthafen "Bouwsma" Workum
Inthiema Sloot
Auf dem Weg zum Heeger Meer
Passantenhafen "Heegerwal" Heeg
Segeln bei 4-5 Bft - Heeger Meer
- Mahlzeit -
Hafentag in Heeg, 7-8 Bft
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